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RWE die Zähne zeigen

RWE und die anderen Strommonopolisten verabschieden sich aus dem Atomkonsens - einem rechtsgültigen, nicht einseitig kündbaren Vertrag - nachdem sie alle Vorteile daraus für sich in Anspruch genommen haben, u.a.:

  • eine festgeschriebene Begrenzung der Haftung im Schadensfall
  • freie Verwendung der steuerfreien Rückstellung für die „Entsorgung“ und den Rückbau
  • faktisches Betriebsrecht für 32 Jahre statt der naturwissenschaftlich sinnvollen 25 Jahre

 

Die Übertragung von Laufzeiten des rechtswidrig gebauten Reaktors Mülhei Kärlich auf Biblis A ist vertraglich ausgeschlossen und das hatte durchaus seine guten Gründe, ist dieser Schrottreaktor doch ein negatives „Highlight“ der deutsche Atomgeschichte:

Biblis A fehlt als einzigem deutschen AKW eine außerhalb liegende verbunkerte Notstromwarte, von der aus im Störfall der Reaktor heruntergefahren werden könnte. Trotz mehrfacher Kritik und Aufforderung wurde diese bis heute nicht nachgerüstet, u.a. paradoxerweise mit dem Hinweis auf die Kosten in Anbetracht der nur noch kurzen Restlaufzeit.

Im Dezember 1987 gab es hier den bislang schwersten Störfall in einem deutschen AKW, der im schlimmsten Fall sogar zu einer Kernschmelze hätte führen können - und dies durch einen völlig vorschriftswidrigen Bedienungsfehler, welcher in keinem „Fehler-Handbuch“ vorgesehen war. Zudem wurde dieser Störfall fast ein Jahr vertuscht.

Auch die von den Umweltverbänden geforderte maximale Laufzeit von nur 25 Jahren hat ihren guten Grund: Durch die Alterung, bedingt durch die hohe Radioaktivität, werden die verwendeten Stähle spröde und drohen ab diesem Alter zu reißen.

Nach der deutschen Rechtslage hätten alle AKWs am 12. September 2001, vor allem aber wiederum die in unmittelbarer Großflughafennähe liegende wie Biblis, aufgrund der akuten Terrorbedrohung abgeschaltet werden müssen, eine Entscheidung, vor der sich die Regierungen bis heute mit fadenscheinigen Hoffnungen („Nebelwerfer“) und Ausreden gedrückt haben.

 

Eine Antwort auf die (hausgemachte!) Energieprobleme der Gegenwart ist der historische Fehler „Atomenergie“ ohnehin nicht:

Der Wirkungsgrad ist katastrophal schlecht.

Die Uranvorräte sind neigen sich noch schneller dem Ende zu wie die Ölvorräte.

Große Umweltschäden beim Uranabbau werden weiterhin billigend in Kauf genommen werden.

Die „Entsorgung“ ist weiterhin ungeklärt. („Entsorgung“ ist dabei die elegante Umschreibung für die Frage: „wohin mit dem Jahrhunderttausende strahlenden Müll?“).

Die Risiken der Technik bleiben unbeherrschbar und unkalkulierbar. (Das haben u.a. Tschernobyl und Forsmark sowie das jüngste Negativbeispiel „Transrapid“ der Rubrik „nicht beherrschbare Technik und menschlicher Fehler“ in verheerender Weise demonstriert).

Die Gefahr von Terrorangriffen ist ein unkalkulierbares Risiko, das zudem extrem hohe Kosten bei den Schutzmaßnahmen produziert, die jedoch nie 100 % wirksam sein können.

Die Atomstrom-Kosten liegen nur durch die Umlage der großen Risiken im Störfall auf die Allgemeinheit (SteuerzahlerInnen und PrivateigentümerInnen) in einer konkurrenzfähigen Größenordnung.

Selbst die angeblich positive CO2-/Klima-Bilanz ist eine einzige große Lebenslüge, u.a. da die Abwärme nicht genutzt werden kann.

 

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