Rund 50 Gäste kamen am Sonntag in der Alten Bank in Simmern/Westerwald zum Neujahrsempfang von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zusammen. Unter dem Motto „Zukunft wächst im Miteinander – LASS MACHEN!“ stand die Veranstaltung ganz im Zeichen des politischen Aufbruchs in den Landtagswahlkampf. Acht Wochen vor der Wahl wurde deutlich: Der Wahlkampf nimmt spürbar an Fahrt auf – getragen von Motivation, Engagement und Aufbruchsstimmung unter Mitgliedern und Unterstützer*innen.
Der seit 15 Jahren bestehende Grüne Ortsverband Simmern richtete in diesem Jahr erstmals den Neujahrsempfang aus. Neben zahlreichen GRÜNEN-Mitgliedern waren auch Vertreterinnen und Vertreter des SPD-Ortsverbands Simmern der Einladung gefolgt.
Nach der musikalischen Einstimmung durch die Sängerin Amelie Derksen aus Simmern begrüßte Dr. Martin Göllnitz für den Kreisverband die anwesenden Gäste. In seinem Grußwort warnte er mit Blick auf die aktuelle US-amerikanische Tagespolitik vor einem raschen Erodieren demokratischer Wertvorstellungen. Er hob daher die besondere Bedeutung des Ehrenamts und zivilgesellschaftlichen Engagements für die Demokratie auf lokaler Ebene im Westerwald hervor.
Der zentrale Programmpunkt des Neujahrsempfangs war ein offenes Diskussionsforum mit der GRÜNEN Spitzenkandidatin Katrin Eder. Sie stellte sich den Fragen der Gäste sowie des Moderators André Butscheike. Thematisiert wurden unter anderem die Grundversorgung und Mobilität im ländlichen Raum, die Zukunft von Kindern, Jugendlichen und Familien sowie der Umgang mit den Wäldern der Region. Katrin Eder betonte dabei die besondere Verantwortung für Natur- und Klimaschutz: „Wälder wie der Nauberg hier im Westerwald zählen zu den wertvollsten und schönsten Naturlandschaften in Rheinland-Pfalz. Solche Gebiete müssen wir konsequent für kommende Generationen schützen. Gleichzeitig brauchen wir auch im Westerwald den Ausbau der Windenergie, um die Energiewende entschlossen voranzubringen. Entscheidend ist, einen verantwortungsvollen Ausgleich zwischen Natur- und Klimaschutz zu finden – gemeinsam mit den Menschen vor Ort.“
Auch der Landtagsabgeordnete Carl-Bernhard von Heusinger stellte sich den Fragen der Gäste. Beim Thema Rechtsextremismus und Schutz der Demokratie fand er deutliche Worte und verwies auf einen Leitantrag, den die GRÜNEN am Samstag in Mainz beschlossen haben. Der Antrag sieht vor, eine grüne Beteiligung an einer künftigen Landesregierung davon abhängig zu machen, dass im Bundesrat die Einleitung eines AfD-Verbotsverfahrens unterstützt wird.
Mit Blick auf die Situation im Westerwald erklärte von Heusinger: „Rechtsextremismus ist keine Meinung, sondern die größte Gefahr für unsere Demokratie. In den letzten Jahren hat sich die AfD immer weiter radikalisiert. Dies wird auch hier im Westerwald deutlich. Die AfD setzt in den letzten Monaten die Zivilgesellschaft gezielt unter Druck. Wenn verfassungsfeindliche Bestrebungen erkennbar sind, darf es kein Zögern geben. Wir Grüne stehen deshalb für eine rechtsstaatliche und zügige Einleitung eines Verbotsverfahrens.“
Im weiteren Verlauf stellten sich die Direktkandidierenden im Westerwald vor und präsentierten ihre politischen Schwerpunkte für den Wahlkampf.
Alexandra Abresch-Cäsar (Wahlkreis 5) betonte die Chancen der Region und den Gestaltungswillen vieler Menschen vor Ort: „Der Westerwald hat enormes Potenzial. Mein Ziel ist es, eine lebenswerte Zukunft für alle Generationen zu gestalten – mit guter Bildung, verlässlicher Infrastruktur und einem starken gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dieser Nachmittag hat gezeigt: Viele Menschen wollen genau daran mitarbeiten. Das macht mir Mut.“
André Butscheike (Wahlkreis 6) unterstrich, dass er im Landtag insbesondere die Herausforderungen des ländlichen Raums und die Bedeutung des Ehrenamts stärker in den Fokus rücken will:
„Ich will anpacken für den Westerwald – für Mensch, Natur und eine starke Zukunft im ländlichen Raum. Dafür müssen wir unter anderem die medizinische Grundversorgung sichern, Mobilitätsangebote verlässlicher gestalten und das Ehrenamt deutlich stärker unterstützen.“
Auch Thomas Heinemann-Hildner (Wahlkreis 10) stellte sich vor und machte deutlich, dass das Handwerk mehr politische Aufmerksamkeit benötigt: „Unsere Handwerksbetriebe stehen durch Nachwuchs- und Fachkräftemangel zunehmend unter Druck. Ich möchte mit konkreten, praxisnahen Angeboten – etwa kostenfreien Meisterkursen – gegensteuern und gleichzeitig junge Menschen für Ausbildung und Handwerk begeistern, damit sich unsere Betriebe nachhaltig entwickeln können.“
Nach dem Bürgerdialog blieb Raum für politische Diskussionen und persönliche Gespräche. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, mit Katrin Eder und den Direktkandidierenden ins Gespräch zu kommen und sich aktiv in den Wahlkampf einzubringen.
Der Neujahrsempfang wurde damit erneut zu einem politischen und emotionalen Startpunkt ins Superwahljahr, das mit der Landtagswahl im März seinen Höhepunkt für die Grünen im Westerwald erreichen wird.

